Häufig gestellte Fragen – FAQ

Trockeneisstrahlen ist eine revolutionäre Methode der umweltgerechten Reinigung. Mit seinen zahlreichen Vorteilen gegenüber traditionellen Reinigungsmethoden häufen sich auch die Fragen, die beantwortet werden müssen. Es folgt eine Liste von Fragen samt Antworten, die mir oder meinen Kollegen schon des öfteren gestellt wurden. Wenn Ihre persönliche Frage hier nicht beantwortet wird, dann schreiben Sie uns einfach an!

Diese Liste wird ständig erweitert.

1. Was ist Trockeneisstrahlen?

Es ist ein Vorgang, bei dem Trockeneispartikel auf hohe Geschwindigkeit gebracht werden um beim Aufprall eine Oberfläche zu reinigen. Die Partikel werden durch komprimierte Luft beschleunigt, so wie bei anderen Strahlsystemen auch.

2. Wie werden Verunreinigungen entfernt?

Das kommt ganz darauf an, was gereinigt wird. Wenn eine spröde Verunreinigung entfernt wie z. B. alte Farbe, entsteht eine komprimierte Spannungswelle zwischen dem Anstrich und der Oberfläche. Diese Welle hat genug Energie um die Haftung des Anstrichs zu überwinden und diesen somit sprichwörtlich verschwinden zu lassen. Wenn man man eine weiche oder zähflüssige Beschichtung wie Öl, Fett oder Wachs entfernen möchte verhält sich der ganze Vorgang ähnlich der klassichen Wasser-Hochdruckreinigung. Wenn die Partikel auftreffen, werden sie kurzzeitig komprimiert und breiten sich dann pilzförmig aus. Dabei entstehen sehr hohe Beschleunigungen, die das Objekt „spülen“.

3. Wo liegt der Unterschied zum Sandstrahlen?

Sandstrahlen ist wie das Benutzen eines Eispickels wohingegen Trockeneisstrahlen mit der Benutzung eines Spachtels zu vergleichen ist. Sand schneidet oder meißelt die Verunreinigung weg, Trockeneis dagegen hebt sie an.

4. Was passiert mit dem Trockeneis, wenn es auf eine Oberfläche trifft?

Es sublimiert und geht als gasförmiges CO2 zurück in die Atmosphäre. CO2 ist ein natürlich vorkommendes Element welches weniger als 1% unserer Atmosphäre ausmacht.

5. Was passiert mit der Verunreinigung?

Einige denken das die Verunreinigungen genauso wie Trockeneis einfach verschwinden. Das ist aber nicht der Fall. Jede Reinigung hat einen „Umzug“ des Schmutzes zur Folge. Wenn man einen Boden wischt, bewegt sich der Schmutz vom Wischmop ins Wasser des Eimers. Mit Trockeneis bewegt sich der Schmutz von der unerwünschten Zone zu einem Ort, an dem man diesen einfacher beseitigen kann. Zum Beispiel wird alter Unterbodenschutz von verwinkelten Stellen am Auto hinunter auf den Boden „bewegt“. Dort kann dieser einfach mit Schaufel und Besen aufgekehrt und entsorgt werden.

6. Beschädigt der Vorgang das zu reinigende Objekt?

Grundsätzlich nicht aber es kommt auch auf das Objekt an. Es gibt eine Energieschwelle bei der die Schmutzlösung einsetzt und eine Schwelle bei der eine Beschädigung auftritt. Solange die schmutzlösende Energieschwelle niedriger als die schädigende Energieschwelle liegt kann man reinigen. Wenn sich diese Energieschwellen gegenteilig verhalten, kann ein Schaden am Objekt entstehen. In den meisten Anwendungsfällen werden aber keine Schäden erzeugt. Bei der richtigen Wahl der Trockeneisstrahlmethode können Schäden schon im Vorfeld ausgeschlossen werden.

7. Kann Trockeneis auf heißen Objekten angewandt werden?

Ja, auf heißen Objekten funktioniert das Verfahren sogar am Besten. Viele Verunreinigungen haben eine schwächere Haftung am Objekt wenn sie heiß sind. In vielen Fällen lassen sich Reinigungen so 3-5 mal schneller durchführen als im kalten Zustand. Übrigens: Da Trockeneis beim Aufprall sofort sublimiert, sind eingeklemmte Strahlmittelrückstände kein Thema. Eine Reinigung bei laufender Produktion ist daher möglich.

8. Kühlt Trockeneis das Objekt ab?

Ja, aber nicht so stark wie Sie vielleicht denken. Die Stärke der Abkühlung hängt von drei maßgeblichen Faktoren ab: Masse des zu strahlenden Objekts, Strahldauer und verwendete Eismenge. Zum Beispiel hat eine Reifengussform zu Strahlbeginn eine Temperatur von ca. 175 °C. Während des Reiningsvorgangs mit Trockeneis sinkt die Temperatur auf ca. 160°C ab. Bei einer sehr dünnen Gussform kann der Temperaturunterschied größer ausfallen. Grundsätzlich ist der Faktor der Abkühlung kein Grund zur Sorge.

9. Kann der Temperaturunterschied eine heiße Gussform beschädigen?

Das kommt auf die Masse der Gussform an. Große, schwere Formen werden in keinster Weise dadurch tangiert weil der Temperaturunterschied in Bezug auf die Masse geringfügig ausfällt. Bei kleinen Formen mit engen Toleranzgrenzen sollte im Zweifel ein Versuch durchgeführt werden um auszuschließen, dass der Temperatursprung die Guss-Strukur beschädigt.

10. Entsteht bei der Reinigung Kondensat?

Auch hier kommt es wieder auf die Masse des Objekts an, welches gestrahlt wird, der benutzten Eismenge und der Strahldauer. Es entsteht Kondensat wenn das Objekt unter den Taupunkt gekühlt wird (der Taupunkt hängt vom lokalen Klima ab). Bei der Reinigung einer heißen Gussform wird selten ein Kondensat entstehen, da die Form nicht unter den Taupunkt kommt.

11. Wie wird Trockeneis hergestellt?

Es wird aus flüssigem Kohlendioxid gemacht. Trockeneis existiert als Flüssigkeit nur unter sehr hohem Druck. Wenn es dann unserem Umgebungsdruck ausgesetzt wird ungefähr die Hälfte wieder gasförmig und die andere Hälfte wird fest. Der feste Teil, der die Form von lockerem Schnee hat, wird dann in die gewünschte Form gepresst, z.B. Blockeis, Pellets oder Nuggets.

12. Gibt es besseres und schlechteres Trockeneis?

Ja. Die Dichte des Eises unterscheidet sich teilweise enorm. Je dichter das Eis bei der Herstellung gepresst wurde, desto länger ist es auch effektiv nutzbar. Andernfalls kann es Feuchtigkeit ziehen und wird glasig. Solches Eis eignet sich nur noch bedingt für den Einsatz zur Reinigung.

13. Wieviel Luft brauche ich für eine effektive Reinigung?

Das hängt im Wesentlichen von der eingesetzten Trockeneisstrahlanlage ab. Es gibt Anlagen, die auf den üblichen Industriedruck ausgelegt sind und somit schon mit einem relativ geringen Volumenstrom von 4-5m3/min bei 6bar auskommen. Manche Strahlanlagen benötigen aber auch deutlich höhere Werte um ein vernünftiges Reinigungsergebnis erzielen zu können.

14. Wieviel Trockeneis brauche ich für mein Projekt?

Das hängt sehr stark davon ab, wie gut sich die Verschmutzung vom Objekt trennen lässt. Bei einer üblichen Industriereinigung, bei der Fett- und Ölfilme von einer glatten, harten Oberfläche entfernt werden kann man etwa 45-60kg/Std. einplanen. Bei der Bedarfsermittlung muss man als Anwender natürlich auch immer die Sublimation des Eises in den Aufbewahrungsboxen mit einkalkulieren. Man verliert ca. 5-10% Trockeneis pro Tag nur durch die Sublimation. Idealerweise bestellt man daher immer nur soviel Trockeneis, wie man am Tag auch verarbeiten kann.

15. Wie wird das Trockeneis gelagert?

Für die Lagerung und den Transport gibt es spezielle Boxen und Container in verschiedenen Größen. Diese sind sehr dickwandig isoliert und sorgen so für die größtmögliche Haltbarkeit. Die Lagerung im Kühlhaus o. ä. bringt übrigens nichts, da die Sublimation des Eises durch den Luftdruck bestimmt wird und nicht durch die Temperatur. Das Lagerbehältnis darf niemals gasdicht sein, da sich das Volumen des Trockeneises bei der ständigen Sublimation um das 700fache vergrößert und das Gefäß dann platzen würde.