Am Wochenende habe ich mich mal wieder fleißig durchs Netz geklickt und bin über die bekannten Socialmedia-Netzwerke (dem sogenannten Web 2.0) zu einem Online-Kurs geleitet worden. Dieses Youtube-Video zeigte einen jungen Mann, ca. 18-20 Jahre alt, der voller Überzeugung seine finanziellen Erfolge durch Anwendung seines Konzepts des Online-Marketings darstellt und jedem Interessent suggeriert, dass dieser es auch schaffen könnte, wenn er denn nur seine (kostenpflichtigen) Abo-Videos anschauen und befolgen würde.

Ich beschäftige mich ebenfalls mit dem sog. Web 2.0, u.a. betreibe ich neben diesem Fachblog auch eine Facebook-Seite und habe einen Twitter-Account. Eine Erkenntnis habe ich für mich daraus gezogen: Letztlich kommt es noch immer auf das Produkt an, welches vermarktet werden soll. Machen wir uns mal nichts vor, Trockeneisstrahlen ist aktuell sicher eine der fortschrittlichsten Methoden, Oberflächen zu reinigen (quasi die „Reinigung 2.0“). Aber es handelt sich nicht gerade um den begehrten „Bikini-Carwash“, wo man mit Leichtigkeit Besucher und Interessenten anzieht die dann begeistert die Leistung in Anspruch nehmen. Das Problem ist einfach, dass es nicht wirklich selbsterklärend ist und auch nicht jeder Besucher der eigenen Webseite interessiert ist, sich das ganze Prinzip zu verinnerlichen.

Es ist daher aus meiner Sicht ein Unding geworden, jedem gutgläubigen oder unerfahrenen Unternehmer weißmachen zu wollen, dass man sich nur auf den richtigen Plattformen „rumtreiben“ müsse, um in absehbarer Zeit einen zunehmenden Erfolg verbuchen zu können. Mal ehrlich: Wieviele Trockeneisstrahler konnten beispielsweise durch die Nutzung von XING tatsächlich mehr Aufträge generieren? Ich persönlich hatte dadurch einen Auftrag, wenn ich aber den Aufwand dafür noch gegenüberstelle, ist die Ausbeute noch magerer.

Bringt uns das Web 2.0 also tatsächlich weiter und wir sind bloß zu dumm, die Möglichkeiten richtig zu nutzen oder bedeutet Web 2.0 einfach nur noch eine Werbeflut von selbsternannten Experten, die einem das Blaue vom Himmel versprechen? Ich denke, letztlich zählt einfach die Qualität der Arbeit und des Angebots. Positive Mundpropaganda ist gerade in diesen „werbeintensiven“ Zeiten die mit Abstand beste Empfehlung. Eine eigene Webseite ist Pflicht, da Interessenten meist nach uns Dienstleistern googlen und uns natürlich auch finden sollten. Das man aber auch zwingend einen Facebook-, Twitter- und Youtube-Account haben sollte, halte ich allerdings entgegen vieler „Expertenmeinungen“ nicht für zwingend notwendig. Zumindest nicht für unsere Branche.