Marcus Wellenberg, der in diesem Blog schon im Interview zur Holzfassadenreinigung Erwähnung fand, gab mir eine weitere, interessante Arbeitserfahrung zu lesen, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte.

Eines Tages klingelte das Telefon in meinem Büro. Am Apparat war ein leitender Mitarbeiter einer der größten Reinigungsfirmen in Deutschland.
„Können Sie eine Glattsteinfassade reinigen?“, war die Frage, „Wir sind über das Internet auf Sie aufmerksam geworden, und da alle anderen Anwendungen hier nicht gemacht werden dürfen, haben wir uns gefragt, ob es mit Trockeneis geht.“

Kurzerhand hatten wir einen Besichtigungstermin vereinbart um die Art der Verschmutzung und die gesamte Fläche einzuschätzen. Bei unserem ersten Treffen war ich dann sehr überrascht. In der Annahme, dass es eine kleinere Fassade von 200- 400m² wäre, stand ich plötzlich vor dem Hauptverwaltungsgebäude einer großen Versicherung in Aachen. Das Objekt ist etwa 110m lang und die Höhe des Gebäudes schwankt zwischen 35m und 25m, da es an einem leichten Hang gebaut ist.

Der Kunde fragte nach dem zu erwartenden Ergebnis, worauf ich ihm direkt eine Demo vorschlug. Ein neuer Termin war geboren.

Man muss sich vorstellen, dass an jedem Fenster und an jeder Fensterbank schwarzgraue Schlieren runter reichten, die das ablaufende Regenwasser in den letzten 20- 25 Jahren dort hinterlassen hatte. Ein Gemisch aus Abgasen und anderen Umweltverschmutzungen. Da mir bekannt war, dass die Stadt Aachen ein Problem damit hat, wenn Reinigungswasser in die Kanalisation abgelassen würde, lud ich kurzerhand das Umweltamt von Aachen mit zur Vorführung ein. Jemanden von der Unteren Behörde und jemanden vom Lärmschutz, da das Objekt mitten in der Stadt liegt.

Hier konnte nun jeder sehen, dass wir absolut ohne Wasser arbeiten. Keine Abklebearbeiten an den Fenstern und keine Auffangbecken am Sockel des Objektes waren nötig um hier zu reinigen. Die städtischen Vertreter gaben mir ihren Segen. Ihre Arbeit war hier erledigt. Das gefiel auch dem Auftraggeber. Nun war noch die Frage, wie man da nach ganz oben kommt. Ein Gerüst ging nicht, es musste eine Gondel her. Die war 5m breit und mit dieser konnten wir nun von oben angefangen immer einen 5m breiten Streifen nach unten wegreinigen.

Der Vorstand der Versicherung war so begeistert davon, dass ich im Zuge der Arbeiten einen Folgeauftrag bekommen habe, über weitere 400m², an der Stirnseite des Gebäudes.

Dank einer vernünftigen Kalkulation und einer durchdachten Logistik konnten wir sogar den Zeitplan von max. 18 Arbeitstagen einhalten. Diese allerdings verteilt auf zwei Monate, da wir 2010 einen sehr frühen und heftigen Winter hatten.

Nach diesen Zeilen von Herr Wellenberg möchte man sich glatt fragen, warum die Entscheidungsträger nicht gleich das Trockeneisreinigungsverfahren favorisiert haben. Leider ist der Bekanntheitsgrad dieser Reinigungsmethode sowie deren Vorteile einfach noch immer zu gering. Ich selbst konnte eine ähnliche Erfahrung im Bereich der Thermalbadreinigung machen. Aber dieses Projekt werde ich bald noch ausführlich beschreiben!